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June 09 Km 135 000 ..
46 Australia Mitchell Hwy North -
Simpson Dessert - Alice Spring - Ayers Rock -
Nachdem ich ein paar mal stoppe um nach
dem Weg zu fragen , und die mich auch in die verkehrte Richtung
schiken , cruise ich dann endlich aus Sydney heraus und gleite mit
leichtem Regen in die Kurven von den Blue Mountain , in den Westen .
350 km , zurueck zu Tom`s Place im Bathurst , um mit Ihm in die
grosse Simpson Wueste aufzubrechen . Denn ohne Begleitung waere es
fuer mich fast unmoeglich diese trockene Gegend zu passieren , da
die Tank,-und Wasserstellen bis zu 800km auseinander liegen und der
Sand teilweise richtig tief sein soll..
. Als ich in Bathurst ankomme ist es
bereits dunkel ,und auf dem 30 km bis zu seiner Ranch huepfen mir
schon einige Kaengurus ueber den Weg . Ich erinnere mich an die
Ratschlaege meiner australischen Kollegen .... Am naechsten Morgen
bepacken wir seinen Toyota Landcruiser mit der ganzen Ausruestung „
fuer alle Faelle “ -,und fahren los auf dem Mitchell Highway
noerdlich . Das Wetter bleibt feucht und es regnet zwischendurch .
Die Distanzen zwischen den Doerfern werden laenger und die Vegetation
nimmt ab und geht in Busch ueber . Wir fahren bis es Nacht wird .
Der Regen kommt auch wieder zurueck und ebenso die Kaengurus huepfen
wieder aeusserst munter durch die Gegend . Sehr schlechte
Konditionen um Motorrad zu fahren .
Also klebe ich mich dicht hinter seine
Schlusslichter und hoffe dass er nicht ploetzlich stark abbremst .
So fahren wir einige Stunden weiter in die Nacht hinein , bis wir
in Bourke an einem ueberdachten Rastplatz auf den Tischen den
australischen Biwaksack , den Swag ausrollen und dem Regen tief in
die Nacht hinein zuhoeren .
Das Wetter am naechsten Morgen ist
nicht viel besser ,und ich ziehe direkt die Regenkleider ueber . Wir
erfahren dass der Weg westlich in die Simpson Wueste ueberflutet ist
. Wueste und Regen ?? Ahaaa.. -- Uns wird bewusst dass wir vermutlich
einen rund 1000 km langen Umweg in den Norden zu Plenty Hwy fahren
muessen , und in den Westen weiter zu kommen .
Wir bleiben also auf dem Mitchell
Highway und versuchen es 300 km noerdlicher erneut , um durch die
Wueste Richtung Alice Spring zu reisen . Der Verkehr nimmt mit jeder
Stunde ab , die wir weiter fahren . Der Asphalt geht dann
irgendwann in roten festgefahrenen Sand ueber , und als ich den
ersten verstaubten Roadtrain mit 3 Anhaengern an der Tankstelle
stehen sehe , wird mir bewusst dass ich nun richtig im
Australischen Outback bin .
In Windorah ist die Verbindungsstrasse
ebenfalls gesperrt , aber es soll noch eine Schotterpiste geben die
um die Gegend herumfuehrt . Wir folgen der Wegbeschreibung , und
fahren im roten Sand dem Sonnenuntergang hinterher , bis ploetzlich
die Piste unter Wasser steht . Jetzt weiss ich auch fuer was die
Metermarken am Strassenrand stehen . Der Wasserstand kommt bis zur
40cm Markierung und ich wage die fahrt ins ungewisse . Nach ein
paar hundert metern ist dann gluecklicherweise wieder fester
untergrund in sicht .
Als dann wieder massenweise Kaengurus
umherhuepfen entschliesse ich mich beim naechsten Tankstopp den
Toeff nun wirklich auf Tom`s Pickup aufzuladen . Die bestaezigung
kommt unmittelbar ein paar Kilometer spaeter als wir eine ganze
Kaengurufamile ueberfahren . Und das waren nicht die einzigen in
dieser Nacht die wir weitere 300 km westwerts auf den
Sandpisten dahinbrettern . Kurz vor ----folgen wir dem Wegweiser zum
Racecourse und machen es uns im verlassenen Tourniergelaende auf den
Tischen bequem . Am naechsten Morgen staune ich nicht schlecht als
ich die spuehlung im WC betaetigte da ploetzlich eine Handvoll
gruene Froesche mich aus der Schuessel heraus anstarren . -- . Und
es gibt sogar warm Wasser in den mit dickem roten Staub ueberdeckten
Duschen . Als ich mich draussen umschaue entdecke ich eine Kamelspur
in der naehe .
Obwohl wir den Regen nun endgueltig
hinter uns haben , lasse ich den Toeff auf dem Pickup und geniesse
die Reise auf dem Beifahrersitz . Das Land wird weit und flach , so
dass Tom richtig aufs Gas drueckt und wir fliegen regelrecht ueber
die Waschbrettpisten bis uns wieder ein im roten Sand versteckter
graben massiv durchschuettelt , ja teilweise sogar die Hinterachse
abheben laesst .
Die vereinzelten verrosteten Autofracks
am Pistenrand lassen erahnen was hier draussen alles passieren kann
.. . Als wir zur auf der Karte eingezeichneten Tankstelle in
Tobermory kommen ist diese schon seit Jahren geschlossen . Gut haben
wir 40 lt Sprit dabei und wir koennen im Rallye tempo weiter donnern
.
Wir fahren den ganzen Tag auf der roten
Sandpiste westwaerts . Es verkommen uns nicht viele Fahrzeuge . Gut
ist es Winter hier mit Temperaturen um die angenehmen 20 C`, denn im
Sommer wird die Gegend mit 45 C + unertraeglich . Wir Campen erneut
irgendwo in der noerdlichen Simpson Wueste im roten Sand , hunderte
Kilometer vom letzten Dorf unter einem sagenhaften Sternenhimmel.
Als am Morgen die ersten
Sonnenstrahlen ueber den Horizont ziehen erwache mit einemSchreck als ein abgemagerter Dingo an
mir herum schnuppert und mir tief in die Augen Schaut . Ich schreie
Ihn erst mal an und suche hastig die Kamera irgendwo im Schlafsack
drinnen .
Wir rollen den Toeff runter vom
Pickup , und ich belade wieder alles so , dass ich weiterfahren
kann . An das neue Terrain muss ich mich erst gewoehnen , denn die
Piste hat immer wieder Ueberraschungen . So gibt es tiefe Fahrrillen
, Steine die ploetzlich wieder weit heraus stehen , und dann der
befuerchtete Bull Dust , eine Art unberechenbare Staubloecher , die
sehr schlecht zu erkennen sind .
Dann kommen wir endlich in Alice Spring
, im Herzen Australien`s an . Schnell erfahre ich dass am naechsten
Tag die grosse Finke Dessert Rallye mit Motorraedern und Autos
stattfindet . - Kaum zu glauben .- Ich verabschiede mich von Tom und
mir bleibt gerade noch Zeit um Proviant fuer die naechsten Tage
einzukaufen bevor ich zur Fahrzeug Praesentation im Show Gelaende
fahre wo ich dann auch ein trockenes Plaetzchen zum uebernachten
finde .
Tags darauf findet auf einem 7 km
Rundkurs die Qualifikation zur definitiven Startaufstellung statt .
Die 220 km lange Rennstrecke , entlang der alten Afghan Bahnlinie
nach Finke wird am Veranstaltungstag gesperrt , so dass ich nach
der Qualifikation gut 150 Km auf der Strecke mit dem Sonnenuntergang
in die Nacht hinein fahre und ein Platz neben der Rennstrecke zum
kampieren finde .
Bis dann aber die ersten Autos und
Motorraeder am naechsten Mittag an meinem Platz vorbei rasen dauert es eine gute weile und ich unterhalte mich mit dem Scorpion der sich unter meinem Reifen versteckte . Die Strecke ist sehr schnell und die Top-Fahrer brauchen fuer die
220 km Sand und Schotterpiste nur gerade 2 Stunden .
Nachdem die Strecke Abend`s wieder
freigegeben wird ,fahre ich die restlichen 70 km auf der
ausgefahrenen Wertungsstrecke bis nach Finke , wo ich erneut auf die
Gruppe Enduro Fahrer mit Begleitfahrzeugen treffe die mich spontan
zum Nachtessen am Lagerfeuer einladen .
Am naechsten morgen erleben wir die
Rally erneut als sie auf der selben Srecke wieder zurueck nach Alice rasen . Als der Spuk dann
vorueber ist , faehren die Jungs wieder durch die Simpson Wueste
zurueck nach Suedaustralien , waehrend ich mich auf den Weg zum
weltweit groessten Monoliten , den Ayers Rock / Uluru aufmache .
Bis zum eindunkeln rattere ich ueber
die 150 Kilometer lange Wellblechpiste bis zum Stuart Highway wo ich
an der Tankstelle in Erldunda auf dem Campingplatz mein Zelt
aufstelle . Gut gibt es da neben den Duschen auch Waschmaschinen denn
meine Kleider haben eine Reinigung dringend noetig . Obwohl das
Thermometer Tags ueber bis auf 28 Grad Celsius klettert , wird`s in der Nacht bitter kalt , um den
Gefrierpunkt ,und ich bin froh um meinen dicken Schlafsack . Ich
dachte immer dass der Ayers Rock gleich neben Alice irgendwo steht ,
aber es sind weitere 3 Stunden Fahrt in der weiten Buschlandschaft
Richtung Westen .
Uluru liegt im Aboriginal Reservat ,
die das Land schon seit mehr als 50 000 Jahren bewohnen . Sie waren
immer Nomaden und zogen mit Ihrer Sippe weit umher . Das ganze wissen
das Sie zum ueberleben in der trochen Buschlandschaft brauchten , wo
sie zur welchen Jahreszeit Nahrung und Wasser finden , wurden mit
Liedern von Generation zu Generation weitergegeben .
Seit der Emigration der Europaeer vor
gut 150 Jahren begann die Zerstoerung Ihrer natuerlichen Lebensform , da Sie gezwungen wurden
die zivilisierte Lebensweise des weissen Mannes anzunehmen , sich zu
bekleiden und in Haeuser zu leben
... Ein weiteres grosses Problem das
der Europaeer mitbrachte ist der Alkohol ... Es ist stricktens
verboten Alkohol in Ihr Land mitzubringen , und es drohen happige
Strafen .
Gut 50 km vom eigentlichen Ayers Rock
N.P taucht dann ploetzlich unerwartet der Riesenstein am Horizont in
der Wueste auf Ich halte sofort an , stampfe auf eine Sandduene
hinauf und geniesse diesen Moment den ich schon lange ersehnte ,
bei absoluter Stille ...
Als ich im Ressort ankomme mache ich
Lebensmittelladen meine erste Bekanntschaft mit einer Aboriginalfrau die an der Kasse
arbeitet . Ein weiterer sehr spezieller Moment auf meiner Reise . Mit dem
Sonnenuntergang fahre ich raus zum Ayers Rock Nationalpark. Ich kann
es kaum fassen dass ich nach nur 3 Wochen im neuen Land schon in der
Mitte des riesigen Kontinent`s vor dem australischen
Wahrzeichen stehe ..
.
Die offiziellen Aussichts plaetze sind
mit Wohnmobilen zugeparkt und ich finde nach einigem suchen ein Ort
zum dem staendigen Wechsel der verschieden Rot toenen auf dem
gigantischen Sandstein mit dem Sonnenuntergang zu geniessen ..
Am naechsten Morgen ist es natuerlich
ein muss , frueh aufzustehen um ein weiteres mal zum heiligen Monoliten raus zu
fahren zum die ersten Sonnenstrahlen die auf Uluru fallen
mitzuerleben .
.
Auf der Runde um den Ayers Rock faellt
mir auf dass nicht von allen beliebigen plaetzen fotografiert
werden darf , den die Aboriginal moegen es nicht wenn Touristen mit
den Bildern ein Teil ihres Heiligtums mit nach Hause nehmen . Nicht
alle Touristen respektieren das . Umso geschockter bin ich dann
als ich sehe dass massenweise Touri`s auf den Berg klettern obwohl
die Aboriginal das schaerfstens verurteilen , da es nur den
Schamanen erlaubt wird , die Staette zu betreten . Es ist sehr
traurig dass wir weissen Menschen immer noch nicht`s aus unserem zerstoererischen Verhaltensweisen und
deren fatalen Konsequenzen gelernt haben ...
Nach einem tollen Fruehstueck mache ich
mich dann auf den 700 km langen weg ueber den Kings Canyon zurueck
nach Alice Spring . Die Strecke wird ebenfalls nur von
Allradfahrzeugen befahren und somit hat es nur wenig Verkehr der mir
mit aufgewirbeltem Staub den Spass nimmt .
Ich fahre fuer hunderte von Kilometern
der Westlichen Mac Donell Bergkette entlang ostwaerts wo ich zum
ersten mal auf wilde Kamele , Pferde und Eseln treffe . Ebenso
stoere ich eine Rudel Dingo`s die sie sich um einem Pferdekadaver am
Strassenrand tummeln .
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Die Motorrad reisenden die ich in
meinen ersten Wochen in Australien getroffen habe lassen sich an einer Hand abzaehlen . Es sind
nicht viele , und keiner mit einem auslaendischen Nummernschild.
Unter anderem traf ich auch Stewart von NSW an der Tankstelle auf dem Weg zum Kings –
Canyon mit einer voll beladenen NX650 Honda Dominator . Umso
geschockter bin ich als ich auf der Titelseite der Tageszeitung in
Alice , Ihn und sein brennendes Motorrad erkenne !!!! Angeblich
hat er es abseits der Strasse im hohen Buschgras geparkt um hinter
einem Busch zu verschwinden , und als er zurueck kam soll alles
schon in flammen gestanden sein ....
Das unglaubliche an der Geschichte ist
, dass ich kurz bevor ich zur Tankstelle gefahren bin wo ich die
Nachricht erfahren habe , auf dem Campingplatz von einen Pensionaer
auf diese Gefahr die von einem heissen Auspuffrohr ausgeht ,
aufmerksam gemacht worden bin . !! .
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